iPhone-Neustartschutz: Forensik-Firma will Sperre umgehen

iPhone · Bericht

iPhone-Neustartschutz: Forensik-Firma will Sperre umgehen

Ein Forensik-Anbieter behauptet, den automatischen Neustart gesperrter iPhones auszutricksen. Was dahintersteckt – und wie du dich schützt.

6. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit · Phonestop Redaktion

Illustration: zwei iPhones, eines mit Schloss-Symbol auf dem Display, auf blauem Hintergrund
Symbolbild: iPhone-Neustartschutz (Illustration: Phonestop)

Darum geht es

Seit 2024 startet ein iPhone, das drei Tage lang nicht entsperrt wurde, von selbst neu. Danach ist es wieder im besonders geschützten Zustand „Before First Unlock“: Ohne Gerätecode bleiben viele Daten verschlüsselt und für Auslese-Werkzeuge kaum erreichbar. Für Ermittlungsbehörden mit beschlagnahmten Geräten ist das ein Problem.

Genau hier setzt die Firma Magnet Forensics an, Hersteller der bekannten Auslese-Box GrayKey. Sie wirbt mit einem neuen „Evidence Preservation Mode“, der den günstigeren Zustand nach der ersten Entsperrung festhalten soll – selbst wenn das iPhone neu startet oder der Strom ausfällt. Laut einem internen Schulungsvideo werden dabei auch WLAN, Bluetooth und Mobilfunk abgeschaltet.

Wie das technisch funktioniert, ist nicht bestätigt. Eine Sicherheitsforscherin vom Hasso-Plattner-Institut hält es für denkbar, dass die interne Zeitmessung des iPhones manipuliert wird, sodass der 72-Stunden-Zähler nie abläuft.

Neu ist dieses Katz-und-Maus-Spiel nicht. Behörden und Sicherheitsfirmen suchen seit Jahren Wege um Apples Schutzmechanismen, und Apple reagiert mit Updates. Zuletzt hatte Apple 2025 eine Schwachstelle im eingeschränkten USB-Modus geschlossen – also ausgerechnet in einer Funktion, die gegen solche Auslese-Werkzeuge schützen soll.

Was heißt das für dich?

Für den normalen Alltag ändert sich wenig: Solche Werkzeuge sind teuer, werden fast ausschließlich von Behörden eingesetzt und brauchen physischen Zugriff auf das Gerät. Wichtig bleibt aber die Grundregel: Nach einem vollständigen Ausschalten verlangt das iPhone immer den Code – erst dann sind deine Daten maximal geschützt.

  • Nutze statt sechs Ziffern einen längeren, eigenen Code.
  • Installiere iOS-Updates zeitnah, denn sie schließen genau solche Lücken.
  • Speichere hochsensible Daten nicht dauerhaft auf dem Gerät, wenn du sie nicht brauchst.
  • Geht dein iPhone verloren, sperre oder lösche es über „Wo ist?“ aus der Ferne.

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Tipp aus der Werkstatt

Einen stärkeren Code stellst du unter Einstellungen › Face ID & Code › Code ändern ein. Tippe dort auf „Codeoptionen“ und wähle „Eigener alphanumerischer Code“ – Buchstaben und Zahlen gemischt sind deutlich schwerer zu knacken.

Quellen

Zusammengefasst und eingeordnet von Phonestop. Alle Angaben ohne Gewähr – maßgeblich sind die verlinkten Originalmeldungen.

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